Bei mir ist gerade Ausnahmezustand und das ist auch der Grund, weshalb ich mich hier in letzter Zeit so rar gemacht habe. Die Geschichte ist etwas langwierig und hat mit mir unmittelbar eigentlich nichts zu tun, betrifft mich aber seit gestern jetzt auch. Mein Freund, also meine Pflegeperson, ist momentan bei seinem Zahnarzt in Behandlung und bekommt 4 Kronen. Damit hat das Drama angefangen. Er bekommt stark blutverdünnende Medikamente und darauf hatte niemand bei der Behandlung Rücksicht genommen, obwohl er es angegeben und explizit gesagt hatte. Nach der zweiten langen Behandlung konnte er nicht mehr schlafen und hat alle zwei Stunden Blut spucken müssen. Die Wunden im Mund sind nicht verheilt und er ist immer schwächer geworden. Das ging jetzt 2 Wochen lang und wir sind hier bei mir zuhause regelrecht fest gesessen. Fortgehen und selbst was kochen lag nicht mehr drin, also ist er gestern mal zum Arzt gegangen. Ergebnis: Akuter Blutmangel, gleich ins Krankenhaus, Notaufnahme.
Gestern hatten sich meine Nachbarn von rechts und links neben mir um mich gekümmert, also Bett gehen und heute morgen Aufstehen, heute Abend kommt der ASB und bringt mich ins Bett. Morgen vormittag dann wieder zurück in den Rolli, alle Nachbarn sind über das Wochenende fort. Momentan sitze ich im Wohnzimmer und trinke einen Sekt, die Lage ist inzwischen etwas besser geworden. Gerald hat nichts, außer einem Blutmangel, der aber inzwischen aufgefüllt wurde. Jetzt sitzt er gesund und wieder aufgefrischt im Krankenhaus und wartet auf die Entlassung. Das ist eine echte Frechheit, so kann man den Krankenkassen wirklich unnötige Kosten verursachen.
Ich hoffe mal, dass ab morgen Abend alles wieder in geregelten Bahnen verläuft. Das war jetzt mal ein zusammengefasster Rückblick der letzten Zeit…
Tagesklinik, und um 8.15 Uhr an der ersten Infusion angeschlossen. Eine Infusion hört sich immer schimmer an, als sie wirklich ist, das ist hier eine harmlose Sache. Die setzen einem den Venen Zugang nämlich so, wie man es selber gerne möchte, nicht einfach in den Handrücken. Das war mir wichtig, weil sowas brauche ich nicht wirklich. Eine blaue Kanüle seitlich auf dem Unterarm, das merkt man fast gar nicht und es stört auch nicht beim Essen während der Infusion. Jetzt läuft gerade Ocrevus in mich hinein, laut Zeitplan soll ich um 14.30 Uhr fertig sein.
