Man soll nicht nur jammern und über Negatives schreiben, es darf auch gerne mal was Positives sein. Nun ja, ich beklage mich eh schon sehr selten oder jammere, und wenn es mal kein guter Tag ist, dann ist es eben so. Kann ja in einer Stunde wieder ganz anders sein, mit dieser Willkür der Krankheit und der damit verbundenen Unplanbarkeit muss man nun mal leben. Ich sehe die ganze Sache immer erstmal ganz entspanntt, Herzinfarkt gefährdet bin ich da wohl eher weniger. Ich bin in der Küche auch schon mal hingefallen, zum Glück neben dem Servierwagen in dem die Getränke stehen. Also erst mal ein Bier auf dem Boden aufgemacht, bevor ich mich auf den Weg zum Aufstehen ins Schlafzimmer über den Boden schiebe. Man kann die Situation ja eh nicht ändern, in der man gerade ist. Also für was aufregen.
Heute geht es mir relativ gut, den ganzen Tag eigentlich schon. Liege im Wohnzimmer auf dem Sofa und höre Musik. Und zwar richtig. Für was hat man denn sonst Lautsprecher und Subwoofer ? Gelegentlich muss man ja mal testen, ob alles richtig funktioniert. Da müssen die Mieter eben durch, aber zum Glück gehört mir das Haus. Ich höre mir von meinen Mietern manchmal auch komische Geräusche an.
Die nächsten Tage ist einiges geplant. Morgen geht’s auf die Slow Ford Messe in Stuttgart. Ich bin recht zuversichtlich was den Besuch angeht. Es ist unter der Woche und wir fahren öffentlich zur Messe, also mit Bus und Stadtbahn. Letztes Jahr war es am Wochenende zu voll, zumindest mit dem Rollstuhl war es kein Spaß. Ich habe zwar eine Fahhradklingel, die ist aber in dem Gedränge viel zu leise. Man müßte eigentlich den Meisten über die Füße fahren. Wenn es sich lohnt, werde ich über den Messebesuch berichten.
Es ist Kochen angesagt an den anderen Tagen, eine Freundin will am Samstag zu Besuch kommen. Die Entscheidung ob es Indisch, Mexikanisch oder Lasagne gib, steht noch aus. Freitag lasse ich jedenfalls meine Haushaltshilfe mal Kehrwoche machen.
Aus diesem Grund haben wir mit Hippotherapie auf eigene Rechnung angefangen. Man gibt sein Geld für so viel unsinnigen Quatsch aus, da ist es hier besser und sinnvoller investiert. Wir nutzen zu dritt ein Pferd, jeder für 20 Minuten. Auch wenn es zeitlich nicht sehr lange ist, kann es schon sehr anstrengend sein. Es werden Muskeln beansprucht, da man sonst nie nutzt. Nächstes Mal bringe ich Karotten und Bananen mit um die Pferde zu füttern. Ich habe extra nachgefragt, man darf die Tiere füttern. Die gesamte Atmosphäre dort ist entspannend und schön, da sollen die Pferde auch etwas davon haben. Wir machen die Therapie jetzt 10 Wochen lang, dann wird man sehen, was es bringt. Ich verspreche mir aber schon Einiges davon.
Ich habe dann jedoch erfahren, dass es wohl noch gar so nicht voll war. Im Sommer wäre es noch voller. Kann ich mir kaum vorstellen. Auffallend war, dass man so gut wie nur Schweizer gehört hat. Kein Wunder bei den Preisen in der Schweiz, die müssen sich bei uns wie im Gratisland fühlen. Ich hatte am Rheinfall ein Preisschild an einem Imbiss fotografiert. Bratwurst mit Pommes 21,50 Franken, also über 20 Euro. Na dann Mahlzeit.